
STRAFFREI - NEUSTART
Psychologisch fundiertes Gruppenprogramm zur Entlassungsvorbereitung und Rückfallprävention
Verantwortung übernehmen. Entlassung vorbereiten. Zukunft gestalten.
_______________________
Der Übergang von der Haft zurück in ein selbstbestimmtes Leben stellt viele Menschen vor besondere Herausforderungen.
STRAFFREI – NEUSTART setzt bereits vor der Entlassung an. Das Gruppenprogramm unterstützt inhaftierte Erwachsene dabei, das eigene Verhalten zu reflektieren, persönliche Risiko- und Schutzfaktoren zu erkennen und konkrete Strategien für die Zeit nach der Haft zu entwickeln.
Im Mittelpunkt stehen nicht nur Delinquenz- und Rückfallprävention, sondern auch die Vorbereitung auf einen möglichst stabilen Übergang in den Alltag – mit realistischen Zielen, persönlichen Ressourcen und einem individuellen Plan für die Zeit nach der Entlassung.
Nächster Start der Gruppe: Oktober 2026

Für wen ist STRAFFREI – NEUSTART?
___________________
Das Gruppenprogramm richtet sich an erwachsene Inhaftierte, die sich auf ihre Entlassung vorbereiten und die Zeit nach der Haft aktiv und verantwortungsvoll gestalten möchten.
Das Programm kann besonders geeignet sein, wenn Sie …
- Ihr bisheriges Verhalten und dessen Folgen reflektieren möchten,
- persönliche Risiko- und Rückfallfaktoren besser verstehen möchten,
- sich konkret auf Herausforderungen nach der Entlassung vorbereiten möchten,
- neue Strategien für Konflikte, Belastungen und Risikosituationen entwickeln möchten,
- Ihre persönlichen und sozialen Ressourcen stärken möchten,
- und eine realistische Perspektive für ein straffreies Leben entwickeln möchten.
So läuft die Gruppe ab
_____________
10 Termine
90 Minuten pro Termin
Kleine, geschlossene Gruppe
Strukturierter und wertschätzender Rahmen
Psychoedukation und Selbstreflexion
Praxisnahe Übungen und Fallbeispiele
Vorbereitung auf konkrete Situationen nach der Entlassung
Entwicklung eines persönlichen Rückfall- und Zukunftsplans
______________________________________________________________
Das nehmen Sie mit
_____________
Mehr Verständnis für eigene Verhaltens- und Risikomuster
Mehr Sicherheit im Umgang mit Belastungen und Risikosituationen
Konkrete Strategien für Konflikte, Emotionen und Impulse
Ein klareres Bewusstsein für persönliche Risiko- und Schutzfaktoren
Stärkere persönliche und soziale Ressourcen
Konkrete Perspektiven für Alltag, Arbeit, Beziehungen und soziale Wiedereingliederung
Einen persönlichen Rückfall- und Krisenpräventionsplan
Einen konkreten Plan für den eigenen Neustart nach der Entlassung

Themen der 10 Sitzungen
__________________
① Standortbestimmung – Verantwortung und Neustart
Auseinandersetzung mit dem bisherigen Weg, Übernahme von Verantwortung und Entwicklung persönlicher Ziele für die Zeit nach der Haft.
② Mein Verhalten verstehen
Eigene Verhaltensmuster, biografische Einflüsse sowie persönliche Risiko- und Schutzfaktoren erkennen und reflektieren.
③ Sucht, Risikoverhalten und Rückfall
Zusammenhänge zwischen Konsum, Suchtdruck, Risikosituationen und Straffälligkeit verstehen und persönliche Gefährdungen erkennen.
④ Emotionen, Stress und Selbstregulation
Eigene Warnsignale wahrnehmen und einen konstruktiveren Umgang mit Wut, Kränkung, Angst, Frustration, Stress und Überforderung entwickeln.
⑤ Konflikte, Impulse und schwierige Situationen
Automatisierte Verhaltensketten erkennen, Impulse besser steuern und alternative Handlungs- und Konfliktlösungsstrategien entwickeln.
⑥ Verantwortung, Folgen und Perspektivwechsel
Auswirkungen des eigenen Handelns reflektieren, Verantwortung übernehmen und die Perspektive anderer Menschen stärker berücksichtigen.
⑦ Ressourcen und soziales Netz
Persönliche Stärken und Schutzfaktoren aktivieren sowie unterstützende Beziehungen und ein tragfähiges soziales Umfeld für die Zeit nach der Haft aufbauen.
⑧ Mein Leben nach der Entlassung
Wohnen, Arbeit, Tagesstruktur, Finanzen, Behörden, Beziehungen und weitere Anforderungen des Alltags realistisch vorbereiten.
⑨ Mein persönlicher Rückfall- und Krisenplan
Individuelle Warnsignale und Hochrisikosituationen erkennen sowie konkrete Strategien und Anlaufstellen für Krisensituationen festlegen.
⑩ Mein Neustart – die ersten Schritte in Freiheit
Erkenntnisse zusammenführen, persönliche Ziele konkretisieren und einen individuellen Plan für die erste Zeit nach der Entlassung entwickeln.
Der Übergang beginnt vor der Entlassung
Eine Haftentlassung verändert nicht automatisch die Bedingungen, die früher zu problematischem Verhalten beigetragen haben.
Deshalb beginnt ein gelingender Neustart nicht erst am Tag der Entlassung.
STRAFFREI – NEUSTART nutzt die Zeit davor, um Risiken frühzeitig sichtbar zu machen, Unterstützung vorzubereiten und konkrete nächste Schritte zu planen.

Nicht nur wissen, was man nicht mehr möchte.
Sondern wissen, was man stattdessen tun kann.
Hinter straffälligem Verhalten steht eine Geschichte
Straffälliges Verhalten entsteht selten aus einem einzigen Grund.
Biografische Erfahrungen, das soziale Umfeld, Sucht, belastende Beziehungen, Schwierigkeiten im Umgang mit Emotionen, impulsive Entscheidungen oder fehlende Perspektiven können dabei eine Rolle spielen.
Diese Hintergründe zu verstehen bedeutet nicht, das eigene Verhalten zu entschuldigen.
Es bedeutet, Zusammenhänge zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und dadurch überhaupt erst die Möglichkeit zu schaffen, zukünftig anders zu handeln.
__________
Verstehen erklärt Verhalten.
Verantwortung verändert Verhalten.
Die Zeit nach der Haft
Eine Entlassung bedeutet einen neuen Anfang – aber nicht automatisch einen einfachen.
Viele Herausforderungen beginnen erst außerhalb der JVA: alte Kontakte, Konflikte, Suchtdruck, finanzielle Belastungen, Wohnung und Arbeit, Erwartungen von Angehörigen oder das Gefühl, möglichst schnell wieder „funktionieren“ zu müssen.
STRAFFREI – NEUSTART bereitet deshalb nicht auf eine ideale Zukunft vor, sondern auf reale Situationen, Schwierigkeiten und Entscheidungen nach der Entlassung.
Ziel ist nicht ein perfekter Neustart.
Ziel ist, schwierige Situationen früher zu erkennen und mehr Möglichkeiten zu haben, anders zu entscheiden als bisher.

Die Vergangenheit lässt sich nicht verändern.
Aber sie muss nicht bestimmen, wie die Geschichte weitergeht.
Verantwortung übernehmen. Entlassung vorbereiten. Zukunft gestalten.
STRAFFREI – NEUSTART als Kooperationsangebot
Das Gruppenprogramm ist für die Durchführung innerhalb von Justizvollzugsanstalten und im Rahmen des Übergangsmanagements vor der Entlassung konzipiert.
Eine Zusammenarbeit kann insbesondere mit Justizvollzugsanstalten, Sozialdiensten, psychologischen Fachdiensten, externer Suchtberatung sowie weiteren Einrichtungen des Übergangsmanagements erfolgen.
Für interessierte Einrichtungen stehen ein vollständiges Kursleitermanual, Teilnehmermaterialien, Dokumentations- und Evaluationsinstrumente sowie eine kompakte Kooperationsmappe zur Verfügung.
→ Kooperation anfragen